Gewiss wartet Ihr schon ungeduldig auf ein paar Zeilen über unsere 36. Mandalwoche. Leider gibt es wenig zu berichten, da nur 2 Lachse von immerhin 10 Fliegenfischern unserer Gruppe gefangen wurden. Die Bedingungen waren alles andere als gut. Viel Wasser von unten und sehr viel Wasser von oben. Viel Wasser im Mandalselv hieß 120 qm/s im Minimum und 235 qm/s im Maximum. Normal sind 75 qm/s. Viele Pools ließen sich kaum beangeln und die Lachse marschierten geradewegs in den Oberlauf zu ihren Laichplätzen. Nur selten zeigte sich ein Salm an der Oberfläche. Erfahrene einheimische Lachsangler und die Fangstatistik der vorherigen Wochen berichteten von einem sehr geringen Lachsaufstieg im Mandal in diesem Jahr. Starke Schwankungen im Aufstieg werden immer wieder, an allen Lachsflüssen beobachtet. Hier einige Beispiele: Gaula: 2000/14,5 t, 2005/28,1 t Orkla : 2003/32 t, 2004/17,7 t Mandal : 2006/12,2 t, 2009/5,2 t
Über das Ausbleiben der Lachse gibt es viele Spekulationen aber nur wenige wissenschaftlich belegte Fakten. Nicht nur am Mandal, nein in ganz Norwegen waren die Ergebnisse dieser Lachssaison eher schlecht. Ein als sicher geltender Fakt, der die wilden Lachspopulationen schädigt, liegt bei der Massenhaltung von Zuchtlachsen in Käfiganlagen in den Fjorden. An diesen müssen die jungen Lachse vorbei auf ihrem Weg in den Nordatlantik. Dort werden sie von den zahlreichen Parasiten (Seeläuse) stark geschwächt oder gar getötet. Die Farmlachse werden vor den gierigen Blutsaugern mit Medikamenten geschützt aber die wilden Jungfische sind ihnen schutzlos ausgeliefert.
Ein weiterer, sich negativ auf die Lachspopulation auswirkender Faktor wird auf den Weidegründen im Atlantik vermutet. Hier gibt es erste Forschungsergebnisse die vermuten lassen, dass Kleinfische, die zur bevorzugten Hauptbeute der Lachse auf ihren Wanderungen im Nordatlantik gehören, entweder nicht mehr in ausreichender Anzahl oder Qualität als Nahrungsquelle zu Verfügung stehen. Ist das vielleicht schon ein Vorbote der Klimaerwärmung? In den nächsten Jahren werden gewiss einige Problemfelder genauer benannt werden. Fakt ist, dass der Rückgang von Menschen gemacht ist und überregionale Auswirkungen hat.
Übrigens wurden in Norwegen weitere 60 Lizenzen für neue Lachsfarmen vergeben. Ich bin leidensfähig und glaube ganz fest daran, dass das nächste Jahr wieder ein saugutes Lachsjahr wird. Dass meine Tochter einmal wilde Lachse fangen wird, daran glaube ich nicht.
Petri Heil Mario Mücke
Fangstatistiken einiger Lachsflüsse:
Gaula, -
Orkla, -
Mandalelv, -
Skjern Au, -
Karup Au, -
Varde Au