Wer erinnert sich nicht an den Supergau im ukrainischen Atomkraftwerk
Tschernobyl im Jahr 1986. Dass eine sehr fängige Fliege danach benannt wurde verdanken wir einem unbekannten amerikanischen Witzbold der mit diesem Fliegenmuster große Forellen in den Rocky Mountains fing. Als Hopper und Steinfliegenmuster ist diese Fliege in ihrer Heimat sehr beliebt aber sie fängt auch bei uns ihre Fische. Leider wird sie von vielen europäischen Fliegenfischern eher abschätzig belächelt. Eine Fliege sollte wohl aus Haaren und Federn bestehen, höchstens noch mit Messing oder Tungsten beschwert sein. Eine Fliege ausschließlich aus Kunststoff zu binden findet bei den eher traditionell eingestellten Fliegenfischern wenig Gegenliebe. So ist sie in keinem der mir bekannten deutschen Flyshops erhältlich.
Vor zwei Jahren habe ich schon ein Loblied auf diese Fliege geschrieben,
(Chernobyl - Tschernobyl I) und in der letzten Ausgabe des Magazins
Fliegenfischen hat sich sogar Altmeister Roman Moser über dieses Muster ausgelassen und eine eigene Bindeweise vorgestellt.
Das Original wird ohne Dubbing und mit zwei Lagen Foam gebunden. Die Farbe der Foamstreifen und der Gummibeine bleibt dem persönlichen Geschmack des Binders überlassen. Meiner Meinung nach sollte eine Plastikfliege auch nach Plastik aussehen, benutzt ruhig bunten Foam, den Fischen ist es egal, die Präsentation entscheidet eher über den Erfolg.
Übrigens, gibt es Foamplatten und „Gummibeine“ sehr günstig in Bastel- und Modellbaugeschäften zu kaufen.
Am vorletzten Sonntag besuchte ich wieder einmal einen kleinen Bach im Norden der Hauptstadt um den Döbeln dort einen Besuch abzustatten. Für mich gib es dort nur eine Fliegen; eine Chernobyl Ant. Vier Döbel konnte ich auf die Schuppen legen von denen zwei eine Erwähnung wert sind. Mit 48 und 52 cm hätte ich meine Tschernobyl Ant doppelt so groß binden können, in ihre großen Mäuler hätten sie herein gepasst.
Petri Heil wünscht euch Mario Mücke
Fotos: Mario Mücke




